Das Stufenmodell der Verhaltensänderung – Das Transtheoretische Modell

Das Stufenmodell der Verhaltensänderung – Das Transtheoretische Modell

Wer ständig glücklich sein möchte, muss sich oft verändern. (Konfuzius)

Konfuzius wusste, die regelmässige Veränderung ist der Weg zum Glücklichsein. Aus der Veränderung, insbesondere auch der Verhaltensveränderung, resultiert persönliches Wachstum. Tiefgreifende Verhaltensänderungen bedürfen aber offensichtlich einiges an Aufwand und persönlicher Kraft. Jeder, der über mehrere Jahre Raucher war und sich seines Lasters entledigt hat, weiss, wieviel Anstrengung in den Veränderungsprozess fliessen muss, um tatsächlich dauerhaft zum Nichtraucher zu werden.

Gleiches gilt für Änderungen im Essverhalten, körperliche Bewegung, Alkoholkonsum oder im Ausgleich von Arbeit und Privatleben. In der Psychologie versucht man schon seit einigen Jahrzehnten den Prozess, den eine Person bei einer Veränderung des Verhaltens durchläuft, zu beschreiben. Über die Zeit wurden unterschiedliche Modelle für diese Beschreibung vorgeschlagen. Diese Modelle hatten jeweils Vor- und Nachteile und daher haben James Prochaska und seine Kollegen von der University of Rhode Island ein Modell entwickelt, dass Konstrukte unterschiedlicher Modelle aufgreift und in einem Modell vereint. Daher der Name Transtheoretisches Modell unter dem es 1997 publiziert wurde. (DOI: 10.4278/0890-1171-12.1.38)

Die Grundidee des Transtheoretischen Modells ist, dass eine Person im Prozess der Verhaltensänderung mehrere qualitativ unterschiedliche und sukzessive aufeinander aufbauende Stufen durchläuft. Daher auch die Bezeichnung Stufenmodell.

Prochaska beschreibt in oben erwähnter Publikation fünf Stages of Change:

  1. Precontemplation (Absichtslosigkeit: Ich will mein Verhalten nicht ändern)
  2. Contemplation (Absichtsbildung: Ich denke darüber nach in absehbarer Zeit mein Verhalten zu ändern)
  3. Preparation (Vorbereitung: Ich weiss was ich tun muss, um mein Verhalten zu ändern, habe einen Plan und werde bald starten.)
  4. Action (Handlung: Ich habe begonnen meinem Plan entsprechend mein neues Verhalten in den Alltag einzubauen und das alte Verhalten zu reduzieren/abzustellen)
  5. Maintenance (Aufrechterhaltung: Mein Veränderungplan von Stufe 4 ist umgesetzt, das neue Verhalten ist seit längerer Zeit Routine und das alte Verhalten ist zuverlässig eliminiert)

Für die Beziehung zwischen Coach und Coachee ist dieses Stufenmodel hilfreich, weil es erlaubt klare Zwischenziele zu definieren und deren Erreichung zu messen. Diese Zwischenziele können grosse Motivationshilfen für den Veränderungsprozess darstellen. Sollte es mal nicht gelingen die nächste Stufe zu erreichen, bzw. ggf. sogar ein Rückschritt erfolgen, zeigt dieses Modell genau, wo der Coachee steht. Als Coach gibt mir das einen Hinweis darauf, welche Unterstützung der Coachee gerade benötigt bzw. welche nicht hilfreich ist.

Bei der Anbahnung einer neuen Coachee/Coach Beziehung nutze ich das Stufenmodell gerne für eine erste Einschätzung, wo ein Coachee auf seinem Weg steht sowie ob und wie ich als Coach zukünftig unterstützen kann. Gemeinsam definieren wir auf diese Weise das Ziel des Coachees, die Zwischenziele und den Weg dorthin.

Als Coach ist meine Devise:

Ich tue es nicht für Dich – Ich tue es Dir nicht an – Ich tue es mit Dir gemeinsam.

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